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Original Kristall in unserem Zeitungsarchiv
(Illustrierte Zeitschrift für Unterhaltung und neues Wissen)

Aus folgenden Jahren finden Sie die Zeitung Kristall in unserem Archiv:

1940er

  • 1940
  • 1941
  • 1942
  • 1943
  • 1944
  • 1945
  • 1946
  • 1947
  • 1948
  • 1949

Kristall

Kristall war eine deutsche Zeitschrift, die einmal monatlich erschien und sich laut ihrer Eigendefinition auf den "gebildeten Mittelstand" konzentrierte.

Das Medium sollte ursprünglich von den Journalisten Axel Eggebrecht und Peter von Zahn im Auftrag des Nordwestdeutschen Rundfunks herausgegeben werden. Dieser Plan musste jedoch von den Vertretern der britischen Besatzungsmacht abgesegnet werden, die für die Lizenzvergabe zuständig waren. Da diese die Genehmigung nur einem privaten Verleger zuteil werden lassen wollten, kam Axel Springer ins Spiel, in dessen Verlag das Journal dann ab 1946 erschien.

Anfangs trug die Zeitschrift noch den Namen Nordwestdeutsche Hefte. Inhaltlich war sie nach dem Vorbild des britischen Magazins The Listener ausgerichtet. Wie ihr Vorbild ermöglichte sie ihren Lesern, Gehörtes nachzulesen, indem sie ausschließlich gedruckte Rundfunkbeiträge präsentierte. Im Zentrum standen dabei politische Kommentare. Zwar musste Springer für die bezogenen Beiträge monatlich 1.000 Reichsmark pro Ausgabe an den Sender bezahlen, dafür aber keinerlei Kosten für die Erstellung eigener Artikel aufwenden. Somit bildete der Kristall ein äußerst lukratives Geschäft für ihn. Die Leser wurden vorrangig über das Radioprogramm auf das Medium aufmerksam gemacht. Um die Anzahl der verkauften Exemplare, die in der Anfangszeit schnell die 100.000er-Marke geknackt hatte, weiter zu steigern, gründete Springer die Programmzeitschrift Hörzu. Diese sollte dazu beitragen, mehr Hörer und darüber letztlich auch mehr Leser zu gewinnen.

Im Anschluss an die Währungsreform im Sommer des Jahres 1948 trennte sich Axel Springer vom Nordwestdeutschen Rundfunk sowie vom Gründer-Duo Axel Eggebrecht und Peter von Zahn. Fortan veröffentlichte er die Nordwestdeutschen Hefte unter dem Titel Kristall. In der ersten Zeit untertitelte er den neuen Namen noch mit dem Zusatz "Nordwestdeutsche Hefte für Unterhaltung und Wissen", gab dies aber später ebenfalls auf.

Als die Auflagenzahlen zu schwinden begannen, holte Springer mit Horst Mahnke und Paul Karl Schmidt zwei ehemalige SS-Männer in die Redaktion. Letztgenanntem gelang es, unter dem Pseudonym Paul Carell zwei sehr erfolgreiche Serien über den Krieg im Osten ("Unternehmen Barbarossa" und "Verbrannte Erde") zu lancieren, welche die Wehrmacht glorifizierten und deren Verbrechen schlichtweg ignorierten. Mit diesen und weiteren Serien, für die insbesondere Schmidt alias Carell verantwortlich zeichnete, konnten zwar neue Leser gewonnen, die Auflagenzahlen aber nicht im erforderlichen Umfang gesteigert werden. Deshalb wurde die Produktion der Illustrierten Kristall im Jahr 1966 eingestellt, obwohl die Auflagenstärke zuletzt bei knapp 400.000 verkauften Exemplaren lag.

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